Cosplay: Kostümbau mit Pepakura

Kostümbau ist mittlerweile das Hobby vieler – aus Spaß daran, Kostüme (nach)zubauen oder auch, um in die Cosplay-Szene einzusteigen. Und so manche Möglichkeiten locken immer neue Interessenten an. Denn – hey!- wenn man schon eine Iron Man Rüstung aus Papier gut aussehen lassen kann, wer will denn dann nicht in die Fußstapfen von Tony Stark treten?!

PepakuraDas ist natürlich nur ein Beispiel. So richtig begonnen hat das Arbeiten mit Papier als Rüstungsgrundlage wohl eher in den Reihen der Halo Fans, denn der Master Chief ist für Liebhaber der Videospiel-Reihe mindestens genauso cool wie für das Mainstream-Publikum und die Comic-Fans ihr Iron Man

Mit letzterem scheint das Pepakura aber doch eher der breiten Masse zugänglich geworden zu sein – Iron Man ist letztlich einfach bekannter als der Master Chief.

Aber wie baue ich denn eine Rüstung aus Papier? Und was benötige ich dafür? Kann das wirklich auch ein Einsteiger? Das sind einige Fragen, die ich in diesem Artikel beantworten werde.

1. Was ist Pepakura und was kann ich damit machen?

Kleine Figuren oder gar ganze Szenarien aus Papier zu basteln, das ist nichts Neues. Letztlich ist Pepakura auch genau auf das ausgelegt. Wenn es da nicht wieder ein paar Tüftler gebe, die das ganze Schema zweckentfremden. Mittlerweile gibt es somit eine ganze Reihe an Pepakura-Dateien, aus denen man Rüstungen, Helme und Props nachbauen kann.

Ausgangsmaterial ist eine 3D-Darstellung des Gegenstandes. Mit dem kostenpflichten Pepakura Designer kann man diese Objekte dann „entfalten“, wobei die Schnitt-, Falt- und Klebekanten erstellt werden. Mit dem kostenlosen Pepakura Viewer kann man die Dateien letztlich ausdrucken und die Bastelei kann beginnen.

Wer selbst keine 3D-Objekte erstellen kann, kann das Internet mal durchstöbern. Unter „Pepakura File“, „Pep File“ oder auch „Pepakura Datei“ findet man mittlerweile jede Menge Material. Aber auch hier gilt natürlich, dass man sich auf jeden Fall an das Urheberrecht halten sollte. Da viele Rüstungen und Props ohnehin Fan-Arbeit sind, stellen die Ersteller der Pepakura Dateien diese kostenlos zur Verfügung. Recasten eines fertigen Werkstücks ist aber natürlich verpöhnt!

2. Zusammenbasteln und fertig?

Nein, und genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Wer über „Papierrüstungen“ staunt, der vergisst, dass mit diesen Rüstungen noch jede Menge Arbeit verbunden ist. Natürlich ist Papier ein faszinierender Werkstoff, aber als Rüstung oder Prop allein ziemlich ungeeignet, da es einfach schnell kaputt geht.

Wer in seiner Papierrüstung also jede Menge Komplimente absahnen möchte, der sollte sich gleich mal in die Themen Resin, Glasfaserverbundstoffe und Spachtelmasse einlesen.

Denn Papier ist für eine Rüstung mit Pepakura-Basis nur die Basis – und das führt uns auch zum nächsten Punkt…

3. Pepakura-Rüstung gut und günstig?

Nope. Ganz und gar nicht. Wie bei allem, ist es auch beim Pepakura – und vor allem bei der Weiterverarbeitung – der Fall, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. Das Papiermodell ist vielleicht noch einigermaßen schnell zusammengesetzt, doch gerade in Sachen Härten und weiterverarbeiten Bedarf es nicht nur Zeit, Geduld und Geld, sondern – je nach Anspruch und Schwierigkeitsgrad des Werkstückes – auch Übung.

In meinem ersten Jahr, in dem ich mit Pepakura herumexperimentiert habe, habe ich auf diese Weise rund 150 Euro verbraten, was schmerzhaft war, aber nur durch Fehler lernt man, nicht?

Wer also eine günstige Rüstung haben möchte, der fährt mit Pepakura also nur goldrichtig, wenn schon entsprechend theoretische und wohl auch praktische Erfahrung vorhanden ist. Aber wie sieht es mit der Zeit aus? Stellt euch darauf ein, dass ihr davon ebenso jede Menge benötigen werdet, vor allem dann, wenn euch die Erfahrung fehlt.

Pepakura – eine tolle Lösung für Kreative mit Geduld

Mit diesen Punkten will ich niemanden davon abschrecken, sich an einem Pepakura-Werk zu versuchen. Bloß nicht! Wie erwähnt, musste ich selbst meine Erfahrungen sammeln und so manches Lehrgeld zahlen, aber das gehört nun mal zu jedem Hobby dazu.

Pepakura ist eine – wenngleich auch in Zeiten des 3D-Drucks bald wohl veraltete – Möglichkeit, sich sein Traumkostüm oder Prop zu erstellen. Mit etwas Übung und Einfallsreichtum sogar relativ günstig. Jedoch muss man auch ganz klar sagen, dass, wer mit einem Pepakura-Kostüm überzeugen möchte, auf jeden Fall jede Menge Informationen recherchieren muss und Zeit in Theorie und Praxis investieren wird, um den gewünschten Erfolgt zu erzielen.

 

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