Kurztrip: Barcelona an nur einem Tag

Wie es dazu kam, dass ich Ende April einen Kurztrip nach Barcelona unternahm, darauf gehe ich an dieser Stelle nicht ein. Wir landeten jedenfalls abends um ca. 18.30 Uhr in Barcelona El Prat und hatten am nächsten Tag einen ganzen Tag zur Verfügung, ehe es am Tag darauf auch schon wieder zurück nach Deutschland ging.

Die Ankunft in Barcelona

Die Landung erfolgte recht pünktlich und so ging es erst einmal auf die Suche nach dem Bus in die Stadt. Dieser sollte uns direkt an die Plaça de Catalunya bringen, von wo aus wir zum Hotel marschieren wollten. Hätten wir nur zu dem Zeitpunkt schon gewusst, was wir uns da vorgenommen hatten! Das Timing hätte nicht besser sein können. Kaum waren wir eingestiegen, fuhr der Bus auch schon los. Vorbei an der Plaça d‘Espanya und Einkaufsmeilen ohne Ende. Bis hin zur Plaça de Catalunya. Dort ausgestiegen, mussten wir uns erst einmal ein wenig orientieren, doch die richtige Richtung fanden wir schnell.

Und dabei lernten wir gleich einmal eine wichtige Lektion: Während man in London viele Strecken gut laufen kann, lag unser Hotel viel, viel weiter von der Plaça de Catalunya entfernt, als es auf der Karte den Anschein hatte. Und so liefen wir… Und liefen… Und liefen… Bis wir irgendwann in weiter Ferne unser Hotel erreichten. Puh, waren wir fertig!

Da der Abend aufgrund unseres Gewaltmarsches schon fast gelaufen war und wir ohnehin erledigt waren, ging es nach dem Check-in noch essen, wo wir eine ganze Weile saßen, ehe wir den Tag für beendet erklärten.

Ein Tag Barcelona

Es ist klar, dass man an einem Tag nicht allzu viel sehen kann. Wir haben uns auch nicht unbedingt etwas vorgenommen. Es standen einige Punkte auf unserer Liste, ja, aber wir wollten die nicht abhaken, wie eine Checkliste, sondern auch spontan auf Entdeckungen reagieren können. Und so verschlug es uns erst einmal in Richtung Las Ramblas. Dieses Mal nahmen wir den Bus 😉

Entlang der Las Ramblas stolperten wir dann mehr oder weniger zufällig über die Plaça Reial, die wir auch sehen wollten. Also gleich einmal abgebogen und diesen Platz näher betrachtet. Irgendwie sah dieser im Guide schon ein wenig anders – und vor allem größer – aus. Beeindruckend ist dieses Fleckchen aber alle Male, wie ihr den Fotos entnehmen könnt.

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Langsam und allmählich schlenderten wir weiter, immer in Richtung Hafen zu. Dort gibt es so einiges zu sehen. Seien es Gebäude wie das Militärmuseum, die Promenade, die zum Einkaufszentrum Maremagnum führt oder das Kolumbus-Denkmal El Monumento a Colón. Am Hafen kamen wir schließlich auf eine ganz dumme Idee. Nun… eigentlich war es eine gute Idee. Wir kauften uns Tickets für eine Hafenrundfahrt. 45 Minuten Rundfahrt für 7,50 Euro pro Person. Da kann man in einer Touristen-Metropole wie Barcelona nicht unbedingt stänkern. Die Stadt konnten wir so also auch vom Meer aus ein wenig sehen und der Anblick machte sich allemal bezahlt. Außerdem wollten wir unsere kurze Auszeit ja auch genießen und nicht nur durch die Stadt hetzen.

Kaum hatten wir wieder angelegt, spürten wir deutlich, dass nun so manch einer ebenfalls aus dem Bett gekrabbelt war. Auf unserem Weg zurück, die Ramblas hoch, wurden die Touristenströme allmählich sehr, sehr dicke. Irgendwann wurde es so dicke, dass es eigentlich schon gar keinen Spaß mehr machte, sich zu den Händlern durchzuquetschen. Fotos machen: vergeblich. Es war jedenfalls deutlich zu erkennen, weshalb die Bewohner Barcelonas so sehr gegen Touristen wettern. Früher oder später ertappte ich mich gar dabei, wie ich den Anflug eines schlechten Gewissens bekam. Überall nur Menschenmassen, Menschenmassen, Menschenmassen. Grausam.

Pünktlich zur Mittagszeit bogen wir in Richtung Mercat de la Boqueria ab. Diesen Markt muss man definitiv gesehen haben. Leider ist auch hier wieder kaum ein Vorankommen möglich. An viele Stände kommt man auch gar nicht ran, denn die Menschenmassen schieben einen schlichtweg einfach nur durch. Dass der Markt seine eigenen Verkehrseinweiser am Eingang hat, damit die Touris nicht überfahren werden, die Autofahrer aber dennoch durch die Stadt kommen, sagt ja eigentlich schon alles. Der Markt selbst blieb keinesfalls hinter meinen Erwartungen zurück. Hier gab es Obst, Süßigkeiten, Fleisch, Meeresgetier (wie unschwer am Geruch zu erkennen), Gebäck und, und, und. Also perfekt, wenn man ohnehin Hunger hatte.

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Als wir durch waren, war auch schon früher Nachmittag und wir bewegten uns in Richtung Plaça de Catalunya, wo sich die Menschenmassen nur so tummelten. Und die Tauben O.o Dort hielten wir uns ein Weilchen auf. Insbesondere, da wir unbedingt mal etwas zu trinken brauchten. Wasser ist auf dem Markt nämlich Mangelware.

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Nach einer kurzen Rückkehr ins Hotel ging es gegen Abend weiter. Unter anderem die Plaza de España lockte. Doch auch der Font Màgica. Nicht nur uns, sondern erneut unglaubliche Touristenströme. So konnten wir das Spektakel nur aus der Entfernung sehen. Beeindruckend war es alle Male und man sollte es schon gesehen haben. Dennoch hinterließ auch dieser Besuch einen faden Beigeschmack. Tausende von Touristen auf einem Haufen. Jeder versuchte irgendwie ein Foto zu machen – oder gar ein Video. Und in der Mitte zahlreiche Straßenverkäufer, die ihre Decken ausbreiteten und versuchten ihre Ramschware an den Mann oder die Frau zu bringen.

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Fazit zu meinem Kurztrip nach Barcelona 

Barcelona ist wirklich eine faszinierende Stadt. Wer viel reist, sollte Barcelona gesehen haben. Leider war die Zeit wirklich knapp und ich konnte nur wenige der vielen Highlights sehen. Für eine kurze Auszeit hat es aber alle Male gereicht und gesehen haben wir für nur einen Tag dennoch eine Menge. Leider muss ich aber auch sagen, dass ich ziemlich hin- und hergerissen war und teils sogar ein schlechtes Gewissen bekam. Ich kann nun bestens verstehen, weshalb sich die Spanier so sehr über die Touristen aufregen. In einer Stadt wie Barcelona möchte ich demnach wirklich nicht leben müssen, bedenkt man, dass man Tag ein, Tag aus nur Touristen sieht – die sich teils auch noch affig aufführen.

 

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