Schottland 2016 – Tag 8: Tagesausflug Orkneys

Nach einer etwas längeren, arbeitsbedingten Pause geht es im neuen Jahr mit meinen Berichten zu unserer Schottland-Rundreise 2016 weiter. Und zwar mit einem der vielen Highlights dieser Reise.

Schottland Orkneys

An diesem Tag ging es auf die Orkneys!

Am Morgen von Tag 8 waren wir zwar noch nicht so richtig fit. Wenngleich das Zimmer schön war, war unser Bett viel zu klein und die Möwen hatten die ganze Nacht über geschrieen. Erholt waren wir also nicht unbedingt, aber wir gewöhnten uns allmählich an diesen Zustand in unserem Urlaub. Um 7 Uhr war Treffpunkt an der Bus Station von Inverness, die zum Glück nur knapp 5 Gehminuten von unserem Hotel entfernt lag.

Von hier aus ging die Reise auf die Orkneys los. Ich wollte dort schon lange einmal hin, diesen Trip in unsere Rundreise zu integrieren, war allerdings alles andere als einfach. Bis wir dann auf einen Anbieter aufmerksam wurden, der Tagestouren zu den Orkneys anbot. Besser als nichts!

Tagestour Orkneys

Schottland - John O'Groats - OrkneysUm 7.15 Uhr verließ der Bus Inverness in Richtung John O’Groats. Hauptsächlich durch grüne oder felsige Landschaft, entlang der Küste mit Blick auf das Meer landauswärts und auf diverse Lochs landeinwärts. Die Landschaft so beeindruckend wie man sie von Schottland eben kennt. Und durch kleine Ortschaften führte der Weg bis ins einst als trostlosester Ort der Welt bezeichnete John O’Groats.

Besonders viel zu sehen gibt es in John O’Groats tatsächlich nicht. Die Aussicht auf das Meer hingegen ist fantastisch und wir hatten mit dem Wetter auch einmal wieder relativ viel Glück, wenngleich es gegen Abend ein wenig ungemütlich wurde.

Wichtig war aber vor allem eines. Endlich ein bisschen die Beine vertreten. Die Busfahrt hatte sich ganz schön gezogen, insbesondere in der Verfassung, in der wir aufgrund unserer unruhigen Nächte waren. Die Beine konnten wir uns auch noch ein wenig länger vertreten, denn aufgrund hohen Wellengangs kam die Fähre von den Orkneys mit Verspätung an und legte auch wieder mit Verspätung ab.

Es schaukelte dann auch ganz nett auf der Fähre, aber es ging ohne Fischefüttern zu den Inseln rüber. Unterwegs konnten wir Eintrittstickets für Skara Brae und die Italian Chapel kaufen. Wir entschieden uns lediglich für Skara Brae, auf das wir uns schon wahnsinnig freuten!

Schottland - Orkneys

Unsere Fähre von John O’Groats nach Orkney

Auf den Orkneys angekommen ging es dann erneut in den Bus. Ich weiß nicht, wie der Busfahrer des zweiten Busses war, aber wir hatten uns definitiv in den richtigen Bus gesetzt. Er erzählte und erzählte und erzählte spannende Dinge von den Inseln und deren Geschichte, von Mythen und Legenden, von den Personen, die hier lebten und von britischen Gesetzen, die ohnehin von den Gesetzen der Orkneys überschrieben wurden, und wie sehr sich Orkney vom Rest Schottlands und Großbritanniens unterschiedet. Mit dabei war stets eine gehörige Portion Humor und so wurde es auf dieser Busfahrt nie langweilig.

Schottland - Orkneys - Skapa Flow

Vorbei ging es an den Küsten der Inseln, die teilweise untereinander verbunden sind und über eine Brücke, die während der Weltkriege geschaffen wurde. Dort ragten auch noch die Wracks der Frachter aus dem Wasser, die dazu dienten, die Bucht im Krieg vor den deutschen U-Booten zu schützen.

Der erste Zwischenstopp war dann in Kirkwall, der Hauptstadt der Orkneys. Hier wurde auch schnell klar, dass sich im Gegensatz zu dem Eindruck, den wir auf Mull und Iona gewannen, diese Inseln äußerst gut selbst versorgen können. In Kirkwall hatten wir rund eine Stunde Zeit und so begaben wir uns ein Stück durch die Stadt, vorbei an der Kathedrale, für die die Stadt bekannt ist, und weiter zu einigen Souvenir-Shops. Allein in der kurzen Zeit merkte man deutlich, dass die Bewohner der Orkneys tatsächlich anders ticken und wie unser Busfahrer einige Zeit später auch erklärte, fühlten sie sich viel mehr zu den skandinavischen Ländern hingezogen – wie man auch an der Flagge von Orkney erkennen kann.

Schottland - Orkneys - Kirkwall

Die Kathedrale von Kirkwall

Skara Brae – Das Dorf aus der Steinzeit

Die Rundfahrt führte uns außerdem nach Skara Brae, dem Steinzeitdorf, auf das ich mich schon so lange gefreut hatte. Zunächst betritt man ein Museum, in dem die Geschichte des Dorfes rekonstruiert wird, ehe es ins Freie geht, wo ein Nachbau eines solchen steinzeitlichen Hauses steht, den man auch betreten kann. Skara Brae liegt direkt an der Küste. Nur ein Zaun und ein Strand trennen das Dorf vom Meer. Im rauen Klima von Orkney ist es besonders beeindruckend, wie dieses Dorf, das man hier freigelegt hat, so lange überdauern konnte, denn Skara Brae wird 5.000 Jahre zurückdatiert. Die Anlage ist äußerst beeindruckend und erneut wusste unser Busfahrer einige interessante Fakten zu der Bauweise von Skara Brae. Denn die aufeinandergeschichteten Steine waren so solide verarbeitet, dass man selbst bis vor wenigen Jahren auf den Orkneys so baute – und teilweise noch immer so baut. Diese hätte sich in Sturm und Regen schließlich als äußerst robust herausgestellt.

Schottland - Orkneys - Skara Brae Schottland - Orkneys - Skara Brae Schottland - Orkneys - Skara Brae Schottland - Orkneys - Skara Brae

Ring of Brodgar und Standing Stones of Stenness

Bevor es zum letzten Stopp auf der Rundreise ging, durften wir den Bus noch einmal beim Ring of Brodgar verlassen. Leider ist man hier wohl wirklich besser beraten, wenn man auf eigene Faust unterwegs ist, denn neben unseren beiden Touri-Bussen waren noch zwei weitere vor Ort und dementsprechend überlaufen war es natürlich. Gute Fotos machen: Fehlanzeige. Den Steinkreis zu sehen: Dennoch höchst beeindruckend und er sollte wirklich auf jedem Reiseplan für die Orkneys stehen. Ach ja, laut Busfahrer soll man im Uhrzeigersinn um die den Kreis laufen, denn das soll Glück bringen. Dummerweise war zu viel los, als dass wir das hätten tun können *sich vorsichtig umguck*

Schottland - Orkneys - Ring of Brodgar

Schottland - Orkneys - Ring of Brodgar

Einer Legende nach soll es sich bei den Steinen im Ring of Brodgar um Trolle handeln, die zu lange tanzten und feierten und bei Tagesanbruch in versteinerten. Bei einem etwas abseits gelegenen Stein soll es sich um den Piper handeln, der die Musik zu dem ausgelassenen Fest beisteuerte.

An den Standing Stones of Stenness tuckerten wir dann gemächlich vorbei, damit wir auch aus dem Bus gute Fotos machen konnten, denn aufgrund der verspäteten Ankunft auf Orkney mussten wir wohl geradeso zusehen, dass wir pünktlich zum Fährhafen zurückkamen. Aber nicht, ohne auch noch 15 Minuten an der Italian Chapel zu halten. Als wir diese winzige „Hütte“ sahen, die zwar von außen schon schick aussah, waren wir dann doch allzu froh, den Eintritt nicht bezahlt zu haben. Zum einen fehlte natürlich die Zeit, da immer nur kleine Gruppen die Chapel betreten konnten, zum anderen waren wir dann dafür wohl doch nicht geistlich genug XD

Schottland - Orkneys - Standing Stones of Stenness

Bis heute ist unklar, wozu die zahlreichen Steinformationen dienten. Auch bei den Standing Stones of Stenness ist dies nicht ganz klar.

Nach einem ereignisreichen Tag ging es zunächst mit der Fähre zurück nach John O’Groats und von dort aus weiter nach Inverness, wo wir uns auf dem Weg zurück zum Hotel eine Pizza von Domino’s mitnahmen und uns diese schmecken ließen. Yumm!

Hat sich der Tagesausflug Orkneys gelohnt?

Schottland - Orkneys - Kirkwall

Ja, auf jeden Fall. Natürlich ist ein Tag auf den Orkneys zu wenig, um diese Inselgruppe ausführlich zu erkunden, insbesondere, wenn man in einer Busgruppe unterwegs ist. Für rund 70 Pfund plus Eintritt zu Skara Brae (und wahlweise der Italian Chapel) kann man aber auf gar keinen Fall meckern. Was wünschenswert gewesen wäre, wäre allerdings, dass vorher einige weitere Punkte klar kommuniziert würden.
Obwohl wir natürlich ausreichend versorgt waren, gingen wir davon aus, dass man bei einem Zwischenstopp Gelegenheit hätte, etwas zu essen, was aber nicht so war. Auch, dass man im Bus Sandwiches und weitere Snacks ordern kann, die unterwegs dann aufgelesen werden, war nicht bekannt, was etwas schade ist. Am schlimmsten war allerdings die Fahrt von Inverness nach John O’Groats bzw. zurück. Natürlich ist es langweilig, jeweils 3 Stunden zugetextet zu werden. Jeweils 3 Stunden nur aus dem Fenster zu gucken und ab und zu von einem „Oh, das da drüben ist…“ aus dem Halbschlaf gerissen zu werden, ist aber ähnlich schrecklich.

Der Trip auf den Inseln selbst, war dafür umso besser und hat sich gelohnt, als Kostprobe. Denn bei einem Tagesausflug nimmt man stets nur die wichtigsten Punkte und das auch nur auf die Schnelle mit. Gelegentlich hetzten wir, insgesamt kamen wir mit der Zeit allerdings zurecht. Lehrreich war vor allem die Busfahrt auf den Inseln selbst, denn wir erfuhren soooo viel Spannendes und Interessantes, wie man es gar nicht in einem Blogpost verarbeiten kann. Also am besten selbst erleben! Urlaub auf den Orkneys? Oh ja, irgendwann auf jeden Fall!

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